Pestalozzistraße 5–8: Hintergrund

Zu DDR-Zeiten hatte die Devisenbeschaffungsfirma INTRAC ihren Hauptsitz in der Pestalozzistraße 5-8 in Pankow. INTRAC gehörte zum Bereich kommerzielle Koordinierung unter Führung von Alexander Schalck-Golodkowski.

Bis zum Ende des Jahres nutzt die Gruppe „KunstEtagenPankow“ die früheren geschichtsträchtigen Büroräume im Seitenflügel des Plattenbaus als Atelier- und Arbeitsräume. Der bauliche Zustand ist noch weitestgehend im Original der 70er Jahre erhalten. Mehr als 13 Jahre lang war das ehemalige DDR-Plattengebäude Ort für künstlerisches Schaffen, jede Menge kulturelle Events und Veranstaltungen. Nun wird das Plattengebäude, das schon fast Museumswert hat, umgebaut und erweitert, um begehrten Wohnraum im Herzen von Pankow zu schaffen.

Lost Paradise

Eigentlich könnten wir heuer unseren siebten Geburtstag feiern und das tun wir auch…


Im Jahr 2012 hatten fünf Künstler die Idee, in der Pestalozzistrasse eine Art Verein zu gründen, damals noch interdisziplinär – mit Musikern & Schauspielern, Malern & Bildhauern – dazu Vertreter der Angewandten Künste – männlich wie weiblich, versteht sich!

In der mittlerweile über zwanzig Personen zählenden Gruppe, vorwiegend Bildender Künstler, inzwischen ein veritabler Verein mit Statuten und Veranstaltungen, lebte schon bald die Kunst Sparten übergreifend – zum Beispiel in Konzerten & einem Kulturpolitisches Café als Diskussionsforum.

Mit dem unfreiwilligen Umzug der KEP vom Seitenflügel in den Vorderbau der Pestalozzistrasse 5–8 im Jahr 2014 wurde leider die Interaktion der Kunstschaffenden untereinander und auch der Dialog mit dem Publikum erschwert. Seither arbeiten wir Kreativen unter erschwerten Bedingungen – zumindest die Tradition der Offenen Ateliers mit musikalischem und performativem Beiprogramm konnte gerettet werden. Bald ist es nun mit der Kunst in diesem Bau vorbei – das Gebäude wird saniert, (gentrifiziert heisst das auf neu-deutsch) und damit unerschwinglich für uns vorwiegend frei arbeitende Künstler. Am 31. Dezember diesen Jahres müssen alle draußen sein.

Wir hatten Gespräche mit dem Eigentümer gesucht, leider ohne Erfolg, mit dem bezirksübergreifenden Kunstfestival „ArtSpring“ generierten wir neue Netzwerke und wir knüpften Kontakte zu Kultur- und Bezirksamt. Einige von uns werden nun demnächst – auch dank des Einsatzes von Bezirksbürgermeister Sören Benn – provisorische Atelierräume in der Prenzlauer Promenade 149–152 finden. Eine bezahlbare kollektive Bleibe in diesem Stadtteil bleibt noch immer der Traum.

„Lost Paradise“ – für viele der Künstler Aufbruch zu neuen Ufern.

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